Eine persönliche Notiz

Einkauf / Verkauf: wer sitzt am längeren Hebel?

Mit 26 Jahren wurde mir 1990 die Einkaufsabteilung eines bedeutenden griechischen high-tech Konzerns anvertraut. Als ich anfing mein Wissen in dieser neuen Aufgabe aufzubauen war ich davon überrascht, daß es zwar unzählige Bücher über marketing und das Verkaufen, aber nur recht wenige über das Einkaufen gab.

Sie passten gut auf der einen Hälfte eines Bücherregals in meinem neuen Büro.

Das war erstaunlich. Jeder Euro den ein Unternehmen mit dem Verkauf eines Produktes verdient, wird von einem anderen Unternehmen ausgegeben. Hat nicht jeder Euro den gleichen Wert, unabhängig davon, ob er verdient oder ausgegeben wird?

Eigentlich, erzeugt sogar jeder Euro, der von einem Unternehmen nicht ausgegeben wird den gleichen Betrag als Gewinn, plus noch etwas mehr, da durch effektiveren Einkauf auch noch weitere Kosten für Lagerhaltung, Kapital und andere wertvolle Resourcen gespart werden. Sollte man also nicht mit der selben Sorgfalt beide Richtungen ausleuchten?

Die Aufgabe des Einkaufs hört nie auf. Jedes mal kann man etwas noch besser machen und es wird immer etwas Neues, Besseres geben, das man machen kann in der ständigen Anstrengung das eigene Unternehmen noch Wettbewerbsfähiger und nützlicher für seine Kunden zu machen.

Einkauf ist harte Arbeit an der Front, insbesondere in unserem heutigen unvorhersehbaren wirtschaftlichem Umfeld.

Die Unternehmen, welche ihre Mitarbeiter im Einkauf mit den Mitteln und dem Wissen ausstatten um noch mehr zu leisten, werden wertvolle Wettbewerbsvorteile sichern.